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Mahé II
Auf der Rückfahrt mit der Fähre nach La Digue saßen wir hinten im überdachten Teil und blieben somit im Trockenen, doch die von der Seite kommenden Wellen ließen das Schiff wie eine Nussschale tanzen und wir waren froh, inklusive des Frühstücks im Hafen von Praslin anzukommen.
Der Flug nach Mahé verzögerte sich wegen schlechten Wetters um über eine Stunde und zu allem Unglück mussten wir auf Mahé feststellen, dass unser Tauchrucksack noch in Praslin war. Nachdem er auch nicht an Bord der nächsten Maschinen war, versprach man uns, ihn zu uns ins Hotel zu bringen. Wir waren sehr überrascht, als dies bereits vier Stunden später geschah.
In unserem letzten Hotel, dem Xanadu an der Anse Caché, genossen wir zunächst einmal den Luxus unserer Villa und gönnten uns eine Portion Maggi Hüttensnack Kässpätzle. Vor der Reise beschlichen uns doch einige Bedenken, was die Verpflegung betraf, denn wir waren beide keine großen Fischfans. Daher haben wir für die Villa mit Küche ein wenig Fertignahrung aus der Heimat mitgenommen. Auf den Seychellen wurden wir aber eines Besseren belehrt. Der Fisch schmeckt ganz anders als bei uns und riecht überhaupt nicht nach Fisch. In drei Wochen hat uns nicht ein Fischgericht nicht geschmeckt. Insofern war unser Tütenessen eigentlich überflüssig, es war aber trotzdem ein Erlebnis, Kässpätzle in tropischer Umgebung zu verzehren.
Am Nachmittag spazierten wir zur Anse Intendance. Direkt vom Xanadu führt ein schmaler Trampelpfad zunächst den Berg hinauf, bei einigen Nachbarn vorbei, um dann schließlich auf einen Feldweg zu stoßen, von dem aus man das südliche Ende der Anse Intendance erreicht. Damit man sich nicht verläuft, ist der Hotelhund Princess gerne bereit, als Führer zu agieren. Das Kommando „Princess Intendance“ reicht völlig aus. Nach etwa einer halben Stunde kamen wir am felsigen Südende an und genossen einfach die Landschaft. Recht schnell wurde es unserem Führer langweilig und er drängte zur Rückkehr. So kosteten wir den restlichen Nachmittag über die Sonne auf unserer Terrasse und den Blick durch die Palmen aufs Meer voll aus.
Abends waren wir die einzigen Gäste im Restaurant. Weil ein recht starker Westwind blies, wurden große Rollos als Windschutz herabgelassen und den Blick aufs Meer versperrt. Ein einfach nur als fantastisch zu beschreibendes Abendessen tröstete uns leicht darüber hinweg.
Für die kommenden beiden Tage erforschten wir die Insel mit einem Mietwagen, nachdem uns das Wetter am Anfang der Reise einen Strich durch diese Pläne gemacht hatte. Schade, auch an diesem Tag erwies sich das Wetter als sehr wechselhaft, so dass wir die verschiedenen Strände nicht genießen konnten. Kaum hatte man es sich z.B. an der Anse Soleil gemütlich gemacht, zwang ein Regenschauer wieder zum Einpacken. Aufgrund der durch den Regen glitschigen Steine mussten wir zu unserem Leidwesen auch von der geplanten Wanderung Abstand nehmen und „erfuhren“ eben die Insel mit dem Auto.
Da unser Rückflug am nächsten Tag erst abends um 21 Uhr starten sollte, wollten wir den Urlaub an der Beau Vallon Bay ausklingen lassen. Zuvor sollten zunächst aber noch die Koffer am Flughafen abgegeben werden. Die Polizeistation hat dafür extra einen Lagerraum. Allerdings werden nur abgeschlossene Gepäckstücke angenommen. Da der Tauchrucksack über etwa sieben unverschlossene Reisverschlüsse verfügt, wurde dieser nicht angenommen. Auch am Air Seychelles Schalter konnte oder wollte man uns nicht weiterhelfen. Zum Glück hatten wir ja einen Mietwagen und mussten den Rucksack nicht den ganzen Tag im Bus mit uns rumschleppen. Andere Reisende hatten aber wenig später kein Problem mit ihren Rucksäcken. Es scheint also hilfreich, einfach zu behaupten, das Gepäck sei abgeschlossen, wenn man denn danach gefragt wird.
Nachdem wir in Victoria noch ein paar Souvenirs gekauft hatten, ging es zur Beau Vallon Bay. Direkt neben dem Coral Strand Hotel wollten wir die letzten Stunden auf den Seychellen verleben. Doch Petrus hatte zum x-ten Mal kein Einsehen mit uns und schickte wiederholt Regenschauer. Dies führte dann dazu, dass wir einfach bei geöffneten Fenstern im Mietwagen saßen und lasen. Damit gaben wir für die Schüler auf dem Nachhauseweg ein urkomisches Bild ab und ich kann mir die Berichte zu Hause gut vorstellen: „Die spinnen die Touris...“.
Fazit
Die Seychellen waren deutlich feuchter, als wir uns dies vorgestellt hatten. Wenn man die verschiedenen Berichte von Einheimischen und anderen Seychellenexperten zusammenfasst, hatten wir wohl einfach nur Pech. Eine derartige „Regenzeit“ im Juni soll es schon seit Jahren nicht mehr gegeben haben.
Doch die Einschränkungen durch das Wetter sind geringer, als man sich dies als Europäer vorstellt. Schließlich bedeutet Regen meist nur ein paar Minuten Wasser von oben. Mehr hat uns dabei schon die Bewölkung gestört, die uns durch fast den gesamten Urlaub begleitet hat, die Inseln sind bei Sonne und blauem Himmel einfach schöner. Zudem kennen wir Mahé dank des Regens nach wie vor kaum.
Vom Wetter abgesehen, haben wir unsere Reise aber in vollen Zügen genossen und wirklich ein Paradies auf Erden gefunden. Gerade auch die Schiffsreise und das gemeinsame Abendessen auf La Digue haben zu tollen Gruppenerlebnissen in einem klassischen Pärchenreiseziel beigetragen.
Wir waren sicher nicht das letzte Mal auf den Seychellen und sparen schon wieder fleißig für die nächste Reise. Wenn man die Ansprüche an die Unterkunft etwas niedriger ansetzt, als wir dies bei unserer Hochzeitsreise getan haben, kann man aber auch relativ günstig ins Paradies fliegen.
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